Zu diesem Thema könnte ich unzählige Texte schreiben. Weil es so viele unterschiedliche Geschichten dazu gibt, die alle wahr sind. Geschichte, Geschichten-davon handeln die drei Bücher, die eigentlich zusammengehören. Manchmal leben Geschichten in unserem Kopf. Wir wissen nicht, dass sie schon lange ein Eigenleben führen, Jahre darauf warten, endlich entdeckt zu werden. Ich dachte mal, Schreiben funktioniert ganz anders. Es sei eine mechanische Angelegenheit, man denke sich etwas aus, konstruiere im Geist eine Geschichte und fertig. Durch diese Einstellung habe ich gar nicht gemerkt, dass in mir schon längst eine Geschichte herangereift war-dafür musste ich gar nichts tun. Nur offen sein, empfänglich für Stimmungen, Emotionen und Ereignisse. Ich musste aufmerksam zuhören und mir die Worte merken, all die Geschichten, die sich Menschen so erzählen.

Ab und zu waren Bilder in meinem Kopf: Die Brüder Niko und Wladi und Mathias, der an der Berliner Mauer erschossen wurde. Angefangen hatte es, als ich mit 14 zum ersten Mal in Berlin war. Ich lief über den ehemaligen Todesstreifen, hatte ein Lied von David Bowie im Kopf: The Man who sold the World. Und Mathias, der beim Fluchtversuch an der Berliner Mauer erschossen wird und in den Tagen davor immer dieses Lied hört. Bei meinen darauffolgenden Besuchen in Berlin, spann ich diese Geschichte immer weiter. Alina kam 1996, dann folgte Rena. eine Art Alice im Berlin-Wunderland. Niko wird ihr „rosa Kaninchen“. Die Geschichte von Alice hatte mich als Kind so begeistert, dass ich diese Metapher unbedingt verwenden wollte.

Trotzdem vergaß ich diese Geschichte immer wieder. Durch Begegnungen mit anderen Menschen wurde ich von Zeit zu Zeit daran erinnert. Durch das was sie mir erzählten, wurden auch meine eigenen Erinnerungen lebendig. Und die Talkshows und Bücher, die den Relativierern eine Bühne bot, Leute in meinem Alter, die nur Banalitäten von sich gaben, über Bananen und Schnatterinchen redeten als sei das alles gewesen. Und immer wieder dieser Satz: Uns ging es doch gut, wir waren ja noch Kinder.

Gefolgt von: So schlimm war es doch gar nicht.

2009 kam das 1990er-Revival und ich erinnerte mich melancholisch an diese Zeit, geprägt von Underground-Techno, Drum´n Bass und all den tollen Bands, Parties und Erlebnissen, doch vor allem an die Aufbruchsstimmung, die nicht nur mit dem zu tun hatte, was alle jungen Menschen erleben. Für mich waren all die verschiedenen Jugendkulturen und Lebensentwürfe eine Entschädigung für das Eingesperrtsein und die Angst etwas Falsches zu sagen oder zu tun. Ich wollte ein Buch schreiben, das all diese Geschichten enthält: Die 1980er in der DDR und die Geschichte sensibler, neugieriger , junger Leute, die das Fragenstellen in gefährliche Situationen bringt. Von den Spitzeln Marion und Christoph, die aus einer bürgerlich-protestantischen Welt kommen, und trotzdem ihre „Brüder“ und „Schwestern“ verraten und Leben zerstören. Die nach dem Ende der DDR nicht mehr aufhören können, weil sie nichts anderes kennen. Und von meiner Generation, vom „feiern, chillen, runterkommen“. Von der Last der Geschichte, die andere Leute auf unseren Schultern ablegen und die viel zu schwer für uns ist. Die uns mit Geheimnissen belastet, die wir als Kinder noch gar nicht richtig verstehen können-aber auf einer unbewussten Ebene schon. Wir sind immer auf der Suche nach der Bedeutung und das führt uns weiter. In die Gegenwart. In die Politik, in gesellschaftliche Probleme, in unsere eigenen, privaten Gefühlswelten. Und wir erkennen, dass alles miteinander zusammenhängt. Nichts ist je vorbei, es geht nur immer weiter. Darum geht es in „Filme fahren“ , „Übertragung“ und „Disclosure“.

Im Rückblick kommt es mir so vor, als ob alles was ich erlebt habe, irgendwie mit dieser Geschichte zu tun hat. Ich habe unzählige Notizbücher mit Skizzen und Gedichten vollgekritzelt, bis endlich der erste Band fertig war. „Filme fahren“ gibt es nun als Taschenbuch zu kaufen. Ihr könnt es direkt bei mir bestellen-habe noch zwei Bücher vorrätig: u.melzer@live.de Ihr müsst mir nur eure Adresse schicken, ich schicke euch meine Bankverbindungen und dann bekommt ihr das Buch für 15 Euro mit persönlicher Widmung.

Auch im Buchhandel ist es erhältlich, bei Amazon, Hugendubel, Thalia, etc….

Und für den schmalen Geldbeutel gibt es die E-Book-Variante in drei-vier Tagen  für 2,99 Euro. Vom 11-14.12. für nur 1,49 Euro.

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