Musik und Schreiben-was hat das miteinander zu tun?

Musik und Schreiben-was hat das miteinander zu tun?

Das wird ein sehr persönlicher Text. Weil ich euch hier mal meinen ganz persönlichen Weg zum Schreiben nahebringen will. Und der führte, wie bei den meisten AutorInnen  unüblich, nicht über die Literatur. Natürlich war auch ich das, was man einen Bücherwurm nennt. Ich las alles was ich in die Finger kriegen konnte, schon vor der ersten Klasse. Doch es gab etwas anderes, das genauso stark war. Vielleicht noch etwas stärker: Die Musik. Ich sang immer mit, musste ständig Musik hören. Das Leben war für mich ein Film mit Soundtrack. Zu verschiedenen Szenen meines Lebens höre ich bis heute innerlich  Musik. Und diese Songs werden dann zu meinem ganz persönlichen Soundtrack. Ein Instrument kann ich nicht spielen. Aber ich singe. Als Kind übte ich stundenlang, um so zu klingen, wie die Kinder berühmter Chörte, später wollte ich dann eher Popstar werden. Nichts übt auf mich solche Anziehungskraft aus wie Musik. Mein Tag beginnt mit Musik und wird von ihr untermalt. Deshalb stand für mich als Jugendliche fest, dass ich mir unbedingt eine Band suchen musste. Die ersten Versuche in dieser Hinsicht unternahm ich das erste Mal in der Schulband. Wir schrieben einen einzigen Song, der wirklich gut war. Aber eine echte Bandprobe scheiterte, wie auch alle darauffolgenden Bandversuche, an der Disziplin.

Mit 18, 19 , versuchte ich in verschiedenen Bands mein Glück. Ich übernahm in diesen Konstellationen stets die Rolle der Spießerin, die doch tatsächlich glaubte. dass eine Bandprobe tatsächlich eine war und nicht ein Alibi für ein Besäufnis oder ein Treffen mit Freunden. Wenn Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt werden, gibt das Anlass,  sich selbst zu hinterfragen und besser kennzulernen. Ich lernte, dass mir nichts so sehr Spaß machte, wie die Arbeit an einem Song. Ich nehme stundenlange Wiederholungen gern in Kauf, wenn das Ergebnis stimmt.  Ich suchte nach einer Band , die das ebenfalls wichtig fand. Nach Menschen, die Musik an die erste Stelle setzten. Keine eiskalten Perfektionisten, sondern Visionäre. Eine solche Band  habe ich nicht gefunden, dafür aber meine Leidenschaft für das Schreiben.

Beim Schreiben bin ich nicht auf andere Menschen angewiesen. Ich kann alles so machen, wie ich es für richtig halte. Ich habe über Musik geschrieben, weil das etwas ist, was ich mit meinen Figuren gemeinsam habe. Weil ich weiß, wie es ist, wenn Musik das Leben bestimmt, ihm eine Richtung gibt. Niko findet in der Band Joy Division und dem Sänger Ian Curtis einen Weg, aus seinem trostlosen Leben auszubrechen. Für ihn hat Musik eine mythische Bedeutung. In der Band seines Bruders bekommt der die Gelegenheit, selbst Songs zu schreiben und aufzutreten. das gibt ihm Selbstvertrauen und Stärke. Seine erste große Liebe Mathias, ist der Drummer dieser Band und ebenfalls ein Teil dieser mythischen, befreiten Welt. Dass Marion, Niko´s Freundin und spätere Ehefrau, Musik nicht mag, ist da so etwas wie ein Zeichen. Die Songtexte die er für seine Schwester Alina schreibt, sind ein Versuch, sich selbst zu befreien. Nach Mathias´Verschwinden fühlt sich Niko innerlich wie tot. Erst als er den Techno-Club  Palace entdeckt und vor der Tür seinen alten Punker-Freund Detlef, wird er wieder lebendig und entdeckt in diesem Club dann seine zweite große Liebe: Rena, die ebenfalls Songs schreibt. Doch für Rena wird das literarische Schreiben ihr Befreiuungsschlag. Die Musik ist der Ausgangspunkt, das Schreiben ihr Weg zu sich selbst und weg von Niko.

Es ist so, wie Alina am Ende des Buches schreibt: Songs müssen einfach geschrieben sein. Sie müssen Filme im Kopf entstehen lassen. Diese Gabe, Dinge auf den Punkt zu bringen, habe ich ebenso wenig wie Rena. Doch das bedeutet nicht, dass die Musik wirklich verschwindet. Sie ist immer noch das Wichtigste, die Kraft, die mich antreibt und schreiben lässt. Manchmal höre ich ein Lied und bekomme durch dieses Lied eine neue Idee für einen Text. Musik inspiriert mich viel mehr  als Literatur. Doch wenn ich schreibe, gebe ich dem,  was ich beim Musikhören- und machen fühle, eine Stimme.

Nicht nur die Filme-fahren-Trilogie handelt von Musik. Auch mein zweites Buch „böhmische Dörfer“ dreht sich um Musiker. Die Hauptrolle spielt ein gescheiterter Musiker, der in seinem Heimatdorf musikalische Talente entdeckt und fördert. Für dieses Buch schreibe ich selbst Songs. in diesem Jahr werde ich gemeinsam mit Friederike Kunath eine Lesung mit musikalischer Untermalung veranstalten. Die Songs von Rena und Karen werden dann zu hören sein. Ich schreibe gern Songs für meine Bücher-denn das verbindet meine beiden Leidenschaften miteinander.

Oft stelle ich eine gewisse Voreingenommenheit bei AutorInnen fest: Man kennt sich in der Literaturszene aus, liest viel, interessiert sich allerdings nicht für andere Kunstformen. Die Grenzen werden ziemlich streng gezogen , Begegnungen zwischen Musikern, AutorInnen und Künstlern finden kaum statt. das möchte ich ändern. Ich mochte Grenzgänger immer gern: David Bowie, der sich sehr von moderner Kunst beeinflussen liess und deshalb dieser einzigartige Musiker wurde. Patti Smith, die eigentlich Dichterin werden wollte. Warum sollten wir uns selbst limitieren und uns auf eine Form beschränken? Warum nicht von allem beeinflussen lassen, ohne es gleich auszuüben? Musik ist für mich der Motor, die Kraft, die mich dann schreiben lässt, mir den nötigen Antrieb gibt. Deshalb gehört beides für mich untrennbar zusammen.

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Verbinde die Punkte-Von Paranoia und Verschwörung

Verbinde die Punkte-Von Paranoia und Verschwörung

Er sitzt ängstlich auf seinem Sofa, fühlt sich nicht mehr sicher in der eigenen Wohnung. Das Bild hängt nicht mehr über dem Sofa, sondern da, wo vorher die Uhr hing. Wo die jetzt ist, weiß er nicht. Der Tee ist nun in der Kaffeebüchse, der Kaffee in der Teebüchse. Er wird beobachtet, auch jetzt. Es gibt keine ruhigen Momente mehr. Der Mensch, dem er mehr vertraute, als jedem zuvor in seinem Leben, ist ihm fremd geworden. Weil er das nicht glaubt, ihm ein Gespräch mit einem Psychologen vorschlägt, sich neue Freunde sucht, Freunde, die nicht verrückt sind. Mathias weiß nicht, was mit ihm passiert. Doch er weiß, dass er mit dem Label „verrückt“,  kein Mensch unter Menschen ist. Er wurde abgeschoben, in eine Zwischenwelt. Ihn muss man nicht ernstnehmen und wenn es zu schlimm wird, in die Psychiatrie einweisen. Er kann kein Partner , kein Freund mehr  sein. Es ist, als wäre er tot, könne aber noch zusehen, wie sich sein Freund bereits Ersatz sucht und ein neues Leben beginnt. Mathias will kein Zombie sein. Etwas in ihm verhält sich nun so, wie er von den anderen gesehen wird: Verrückt. Er isst nicht mehr, hat Angst zu trinken, denn „sie“  wollen ihn vergiften. Er misstraut dem besten Freund. Alle sind gegen ihn. In diesem Zustand ist es ihm egal , ob er bei seinem Fluchtversuch wirklich stirbt. Die Freiheit ist zu kostbar, das Risiko akzeptabel. lieber tot als Zombie sein.

Ihr ahnt es: Ich beschreibe hier meinen Protagonisten Mathias, der im letzten Teil des zweiten „Filme fahren“- Bandes „Übertragung“,   paranoid wird. Doch diese Paranoia ist gewollt. „Zersetzung“  nannte man das, wenn Menschen wie Mathias so verwirrt wurden, dass sie an sich zweifelten, von ihren Mitmenschen für verrückt gehalten wurden. Tatsächlich wurde in Wohnungen eingebrochen, Bilder verrückt, Kaffee in Teebüchsen verlagert und ähnlich absurdes Zeug. Wer das erzählt, wird immer für paranoid gehalten und wird es über kurz oder lang wirklich. Es nützt Mathias nichts, dass er das Spiel durchschaut. Weil die meisten Menschen nichts darüber wissen. Weil für sie nur gut oder böse existiert. Weil sie nichts von Manipulation, Intrigen, Machtspielchen wissen und schon gar nichts von staatlich gelenkter Manipulation. Weil sie es für unmöglich halten, dass der Staat die „Feinde“  in die Irre treiben will. Weil ein Staat mit einem  Freund/Feind-Weltbild, das nur die Möglichkeit eines dafür oder dagegen zulässt, selbst in der Paranoia endet und überall Feinde sieht. So viele, dass alle die nur dagegen sein könnten, eliminiert werden müssen.

Eigentlich ist es bis heute so geblieben: Obwohl wir mittlerweile alles über die Methoden der Stasi  lesen können, Betroffene von ihren Erfahrungen berichten, ist es noch immer für den Großteil der Bevölkerung ein unbekanntes Thema, eine Wahrheit, die man von sich wegschieben, in die Welt der Fantasie verbannen möchte. Das gibt es doch nur in Filmen, Serien und Büchern. Wenn ich jetzt jemandem davon erzähle, wird es nicht geglaubt, bis ich auf die entsprechenden Publikationen verweise. Ich kann mir vorstellen, wie sich Mathias gefühlt hat. Auch Niko, sein Freund, der ihm nicht geglaubt hat, wird paranoid-allerdings in anderer Art und Weise. Er trifft im Jahr 2001  auf Verschwörungsideologen und vertieft sich immer mehr in wirre Theorien und Internbetblogs. Um mich in diese Denkweisen hineinzuversetzen, habe ich m ich im letzten Sommer zwei Wochen mit diesen Blogs, Websites, Büchern und Filmen beschäftigt. Ich versuchte, Paranoiker und Verschwörungsideologen zu verstehen-Method Acting. Ich hätte nicht gedacht, wie gut das geht. Am Ende dieser Zeit war ich ein verängstigtes Häufchen Elend und mein Freund schlug vor,mir einen Aluhut zu basteln. Obwohl ich diese Theorien nicht glaubte, fühlte ich, empfand ich nach, was diese Menschen dazu bewogen hat, so dermaßen abzudrehen. Und das machte mir große Angst. Ich war mir auf einmal nicht mehr sicher: Bin ich wirklich allein in meiner Wohnung? Warum hat mich denn dieser unbekannte Mensch so komisch angesehen? Ich versuchte, mir all meine Erlebnisse als zusammenhängende Geschichte vorzustellen, mich als Figur in einem Spiel zu sehen. Und ich verstand, was Verschwörungstheorien so verführerisch macht: Die einfache Lösung. Es gibt einen Plan. Keinen Zufall, keine Sinnlosigkeit, nicht mehr die Leere  des Nichtwissens. Es gibt nur noch die Verbindung zwischen den Punkten. Und das Beste daran: Ich mache das selbst. Ich verbinde die Punkte. Und hole mir so meine Selbstachtung wieder zurück.

Nun ist es interessant, dass es hier einen gewaltigen Unterschied gibt: Mathias, der die Realität sieht. Niko, der ihm Paranoia unterstellt, Verrücktheit vorwirft und schließlich aufgrund seiner  Schuldgegfühle  selbst paranoid wird.

Der verschwörungsideologische  Antisemitismus  meiner Figur  Marion, ist ihr schon aus dem Elternhaus vertraut.  Es ist ihre Prägung, es sind ihre Weltanschauungen, ihre Ängste, ihre Vorbehalte, die als Vorraussetzung für ihre Stasi-Mitarbeit unerlässlich sind. Den Wunsch, eigenes Machstreben, eigene Ängste auf eine Minderheit zu projizieren. Das gibt ihr den nötigen Antrieb. Das  bleibt, bis zum Ende, wenn alles andere wegbricht. Marion glaubt, sich zu verändern, doch sie transformiert ihren Antisemitismus  nur, passt ihn immer wieder einer neuen Zeit an.

Ich habe in meiner Paranoia-Zeit in der Welt der Truther gelebt, habe alles über Gangstalking, Chemtrails, Satanistische Popstars, Echsenmenschen,  geheime satanistische Zirkel, die jüdische Weltverschwörung, NWO und die Illuminaten gelesen und habe ihren fieberhaften Wahn verstanden. Ihre Paralleelwelt, die Faszination für Gurus ubnd Heiler, die das eigene Leben wie einen Film erscheinen lassen. Der/die mutige Krieger/in zwischen Licht und Schatten. Ein einsamer, verzweifelter Kampf für die Wahrheit. Die wohltuende Gewissheit, auf der richtigen Seite zu stehen, während „sie“ nie etwas verstehen werden. Und ich empfand einen großen Ekel und  Lächerlichkeit. Doch ich verstehe auch die verfühererische Kraft die in diesem einfachen Weltbild liegt. Und diese Kraft macht mir Angst. Es macht mir Angst, dass diese Ansichten in abgemilderter Form auch bei ganz normalen Menschen zu finden sind, dass kleine, giftige Partikel in vielen vermeintlich normalen Unterhaltungen herumschwirren. Das Problem ist doch gar nicht eine fanatishe Minderheit. Das Problem ist die Ignoranz der Masse, die solche Leute einfach machen lässt. Denen es egal ist. so egal, dass sie , wenn die Verschwörungstheorie nur gut genug verschleiert wird, sogar zustimmen. Die zu faul sind, sich zu informieren und deshalb Betrügern auf den Leim  gehen. DAS war der fruchtbare Boden auf dem sich der Nationalsozialismus ausbreiten konnte. Nicht der „Hass“. Hass auf das Fremde, Andere-das gab es immer, das wird es immer geben. Das wirklich Beängstigende war doch das Organisierte, Geplante. die Banalität des Bösen, wie Hannah Arend es treffend beschreibt. Die letztendlich den Hass legitimiert, solange er der „guten“ Sache dient.

Ein Argument der Aluhüte ist immer wieder die Uninformiertheit der Nichtwissenden. Sie empfehlen ominöse Internetseiten von Privatpersonen und Bücher aus dem Kopp-Verlag. Von Bildung haben diese Menschen keine Ahnung, sie reagieren emotional, sind nicht fähig , kritisch zu denken weil das ja ihr heroisches Weltbild zerstören würde. Ja, es ist ein gutes Gefühl, sich auf der richtigen Seite zu wissen. Ein Held, ein  „Krieger des Lichts“ zu sein, gegen Kriege, für Frieden, ein guter Mensch. Doch so kann man sich nur fühlen, wenn alle anderen abgrundtief böse sind. Wenn es eine einzige, absolute Wahrheit gibt. Zwar wird immer wieder von kritischem Denken und Hinterfragen der Gegebenheiten schwadroniert-doch Individualität und selbstständiges Denken gibt es in der Welt der friedensbewegten Wahrheitssucher nicht. Alle sagen das Gleiche, unterscheiden sich nicht voneinander.

Zurück zum Buch: unter der  Paranoia , die bei Mathias hervorgerufen werden soll, leiden die Täter selbst oder sind Teil eines paranoiden Systems, werden von ihm ge -und missbraucht. Ein wacher, sensibler Mensch wird das bemerken und an der Ignoranz und Leichtgläubigkeit seines Umfeldes zugrunde gehen. Ohne die Ignoranz , ohne diese grausame Gewissheit dieser Ignoranz, würde keine Strategie dieser Art , keine Intrige , kein manipulatives Spiel funktionieren. Intrigen funktionieren, weil auf den Verrat Verlass ist. Mathias´Schwachpunkt ist seine Liebe und sein Vertrauen in diese Liebe. Er geht davon aus, dass der Mensch der ihn liebt, ihm zuerst glaubt, nicht den neuen Freunden. Doch wer sich selbst nicht glaubt, die eigene Identität als brüchig erlebt, wer der eigenen Überzeugug nicht traut, braucht den Angriff von außen, um diesen Ängsten nachzugeben. Er braucht den Täter mehr, als der Täter ihn braucht.  Und dann weiß man am Ende nicht mehr, ob es die Täter sind, denen man die Schuld geben soll oder der von ihnen manipulierte Freund. Weil er nicht die Stärke hatte, nicht die Gewissheit u nd  nicht das Rückgrat , zur Liebe zu stehen, die diese Stärke, Gewissheit ubd Rückgrat doch braucht, um überhaupt existieren zu können. Wer Menschen auseinanderbringt,greift das Fundament ihrer Beziehung an. Offenbart  die eigenen Abgründe und lässt fragen: Kann man lieben mit diesen Abgründen? Ich habe von Versöhnungen gelesen, zwischen Spitzel und Opfer, von Kindern die ihren Eltern vergeben, Freunden die ehemaligen besten Freunden vergeben. Doch oft und häufiger ist eine Vergebung nicht mehr möglich.

Deshalb finde ich es so wichtig, darüber zu reden. zu informieren, Geschichtenzu erzählen, Erlebnisse an die Öffentlichkeit zu bringen, die nicht einer imaginierten Realität aus der Welt der Paranoia entspringen. Wir müssen damit anfangen, den Zweiflern, den Hinterfragenden Gehör zu schenken. Wir müssen damit aufhören, einfache Lösungen zu suchen, weil wir zu faul zum Denken sind. Wir müssen uns unseren eigenen Abgründen, unseren Wünschen und Ängsten stellen. damit andere nicht diese Macht bekommen. Wir müssen lernen, einander zu vertrauen und zuzuhören.

Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit

Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit

In meiner Jugend gab es eine Band, auf die sich alle einigen konnten, die den harten Rocker und das sensible Singer-Songwriter-Mädchen vereinten: Tocotronic. Stundenlang analysierte ich mit Freundinnen Songtexte wie diesen: „Es ist mir egal. Aber so will ich´s doch nicht haben“ oder : „Ich möchte irgendwas für dich sein. Am Ende bin ich nur ich selbst.“ Keine andere Band brachte unser Lebensgefühl so auf den Punkt. Mit Selbstironie und dem Geist des Punk, sangen sie über unser Leben. Ein Thema war der Wunsch, irgendwo dazuzugehören-zu einem Menschen oder einer Bewegung, einer Gruppe:“Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“, oder:  „Ich wünschte,  ich würde mich für Tennis interessieren.“

Ich habe in meinen letzten Texten über meine Abneigung gegen Kollektivismus geschrieben. Das war auch, und gerade in meiner Jugend,  so. Aber auch ich hatte diese Sehnsucht nach einem Untergehen in der Masse-weil das bequem ist. Weil man dann Liebe und Anerkennung bekommt. Das basiert vielleicht auf einer Lüge, doch wer sich gut belügen kann, wird auf diese Weise glücklich. Ein trügerisches Glück, das ganz schnell wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen kann. Trotzdem ist es für viele Menschen ein Lebensziel: Irgendwo dazugehören. In „Filme fahren“ gibt es den Satz: Ich möchte nur eine Nische in der Welt finden, die meine ist. Das reicht aber manchen nicht aus. Sie wollen Teil einer großen Sache sein. Weil sie dann das Gefühl, haben, einen Sinn in ihrem Dasein zu finden.

Wenn wir sagen: Man macht das so. Wenn wir Meinungen als Tatsachen bezeichnen. Dann fragen wir nicht mehr. Dann nehmen wir nicht wahr, wir übernehmen: Machen Meinungen Einzelner zu allgemeingültigen Wahrheiten.

Wenn ich über Identität schreibe, muss es auch darum gehen: Wo fange ich an, wo ordne ich mich nur einer Gruppe unter? Auch das ist ein Thema. Denn auch in ihrem privaten Leben fragen sich meine Protagonisten, wo passe ich rein? Niko fragt sich als junger Mensch in der Schule, in welche Gruppe passe ich? Er fühlt sich weder den „Bonzenkindern“ , noch den prolligen „Rockern“ zugehörig. Erst bei den Punks und Künstlern findet er diese Annahme. Doch auch da kommt er immer wieder an eine Grenze-den Hardcore-Punks ist er zu wenig Punk, den Künstlern zu punkig. Ähnlich geht es ihm mit seiner Sexualität: bin ich nun hetero oder schwul? fragt er sich. Und trifft auf Menschen, die sich all diese Fragen nicht stellen: Mathias, Mimi und Alina, die den Widerspruch leben und damit glücklich sind. Seine  Sehnsucht nach einer Gruppe bleibt dennoch bestehen und gipfelt schlussendlich (Mit Anfang 40)  in einer Querfront-Aluhut-Gruppierung.

Ich habe das thematisiert, weil es mich immer schon interessiert hat, warum Menschen sich unbedingt irgendwo einordnen  wollen und damit selbst limitieren. Ich hatte mal einen Freund, der sich immer unglücklich in vergebene Frauen verliebte. Als er mir mal wieder bei einem Bier sein Leid klagte, rückte er irgendwann mit einer anderen Geschichte heraus: Er erzählte mir, dass er mal mit einem Mann zusammen war. Wie kann es sein, fragte er mich, dass ich mich mein Leben lang nur für Frauen interessiert habe-und plötzlich kommt dieser Mann und ich verliebe mich , als wäre er eine Frau? Bin ich nun schwul?  Seine große Angst war, dass er sich nicht mehr definieren konnte. Für ihn schien es keine passende Schublade zu geben: Hast du dich für andere Männer interessiert? Nein, sagte er. Das war der einzige. Das ist doch komisch. Vielleicht bin ich ja ein verkappter Schwuler und will es mir nicht eingestehen….Er hatte Angst, dass ich ihn nicht verstehen könnte, weil er es nicht konnte. Er dachte, er müsse einen Teil seiner Identität unterdrücken, um in dieser Welt zurechtzukommen: Entweder müsste er sich sein Interesse für Frauen verbieten, oder das für Männer. Er kam gar nicht auf die Idee, dass er sich gar nichts verbieten muss. Irgendwann entschied er sich aber dazu, sich nicht selbst zu begrenzen. Nun ist er glücklich verheiratet mit einer Frau. Dieser eine Mann blieb die Ausnahme. Mir hat diese Geschichte gezeigt, dass wir Menschen vielfältig sind. Das kann Angst machen. Wer in seiner Kindheit dieses Gefühl der Zugehörigkeit nicht erfahren hat, wer unter Ausgrenzung litt,  möchte dazugehören. Und dazu gehört es , das eigene Chaos zu bekämpfen.

Ich habe meinem Freund damals von meinen eigenen Erfahrungen berichtet: Ich merkte auch irgedwann, dass ich mich manchmal auch für Frauen interessierte. Dass es diese Ausnahmen gab. Mir ging es ähnlich: Ich habe Frauen nie als sexuelle Wesen wahrgenommen. Bis auf einige Ausnahmen. Ich wollte das auch definieren. Dieses Ungenaue, Ungewisse,  machte mich wahnsinnig. Doch ich konnte mich nicht als bisexuell bezeichnen. Dazu war das Interesse für Frauen nicht groß genug. Ich traute mich auch eines Tages, das einfach zuzulassen: Das bin eben ich. Das sind meine Gefühle. Ich will mir diese Gefühle für einen anderen Menschen nicht verbieten, nur weil er/sie nicht das „richtige“ Geschlecht hat. Weil ich dann nicht zu einer „Community“ gehören darf. Ich brauche keine Community. Ich möchte mich nicht einer Gruppe unterordnen. Und das befreit. Weil es am Ende doch nur um die Liebe geht. Und die wird durch zuviel Definitionen und Regeln zerstört.

Für Kinder gibt es diese Einschränkungen nicht. Es ist immer faszinierend zu beobachten, wie sehr diese kleinen Wesen in sich selbst ruhen , ihr Chaos lieben und eins mit sich selbst sind. Wenn ich mit der Tochter meines Freundes spiele, leben auch mal zwei Barbies als Paar  zusammen in ihrem Schloss. Es gibt alles und wenig Unterschiede. Eifersucht, Besitzansprüche-das ist ihr alles fremd. Sie erzählt mir viel von ihrer Mutter und kann uns alle als große Familie sehen-unterschiedliche Menschen, die sich alle irgendwie gernhaben. Es ist befreiend, das zuzulassen und ohne Vorurteile, ohne Ängste alles einfach sein zu lassen, statt einander zu bekämpfen und auszuschließen.

Wenn ich Teil einer Gruppe war, kam ich immer an einen Punkt, an dem  meine Persönlichkeit mit der Gruppenmeinung kollidierte. Ein gutes Beispiel ist die Homophobie vieler evangelikaler Christen. Ich traf einen homosexuellen Mann der sich nach einigen Seminaren bei einem „Heiler“  einbildete, wieder hetero zu sein. Nie habe ich einen traurigeren Menschen kennengelernt. Auch für mich wurde eifrig gebetet, für das Verschwinden meiner sündigen Gedanken.

Ich bleibe deshalb kritisch und ordne mich nicht gern unter-weil das immer einen Verlust meiner Identität, meiner Persönlichkeit bedeutet. In einem meiner Gedichte gibt es die Zeile: „Sehnsucht nach einer Tür mit Schloss und Riegel.“ Ich kenne diese Sehnsucht auch, doch ich weiß was sie aus mir macht: Einen Lemming. einen Menschen ohne Rückgrat, feige und charakterlos. So ein Mensch möchte ich nicht sein. Ich möchte Leser ermutigen, sich selbst mit diesem Chaos anzunehmen. Zu einem Leben ohne verschlossene Türen.“ Denn am Ende sind wir nur wir selbst. “ und: „Pure Vernunft darf niemals siegen.“

Mein Roman Filme fahren: Mit persönlicher Widmung hier: u.melzer@live.de

Oder im Buchhandel: Hugendubel, Amazon, Thalia, Weltbild.

 

Liebe bleibt.

Liebe bleibt.

Als Kind war ich unheimlich fasziniert von meinem Radiergummi. Wie es dieses Ding wirklich jedesmal schaffte, Worte die ich falsch geschrieben hatte, zu vernichten. Es war so, als wären sie nie dagewesen. Das hat mich so sehr daran fasziniert: Die Dinge wurden wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt.

Ich mag ja Silvester und Feuerwerk. Aus dem gleichen Grund: Ich habe das Gefühl, mit diesem Feuerwerk wird alles weggeknallt, das ganze Jahr. Ich kann nochmal von Neuem beginnen. Der Januar ist eine weiße Fläche, eine leere Leinwand.

Vor vielen Jahren, es war 1997 in Mailand am Silvesterabend, hatte ich plötzlich große Angst vor dieser leeren Fläche. Ich wollte nicht mit all den Feierwütigen das neue Jahr begrüßen. Ich versteckte mich mit einem Kumpel in einem kleinen, engen Raum, wir tranken Schnaps, ich hatte Angst vor diesem neuen Jahr, weil ich wusste, dass ich diesmal keinen Plan hatte, dass mir etwas passieren würde, nicht etwas, das ich selbst wähle.  Und er sagte: Ich habe auch keinen Plan für das neue Jahr. Ist das so schlimm? Ich weiß, es macht Angst. Aber vielleicht ist es auch eine Chance für etwas Neues, Schönes.  Mehr ist doch nicht nötig, sagte er. Und er hatte recht. Das, was mir so Angst machte, war, dass ich schon ahnte, dass sich das folgende Jahr nicht so leicht ausradieren lassen würde. Ich begann an diesem Abend meine Wahrnehmung von Zeit zu ändern. Und es kam so wie befürchtet. Doch ich bin froh darüber, denn ohne dieses Jahr 1998 hätte ich mein Buch nicht schreiben können.

Ich habe mir oft , sehr oft gewünscht, ich könnte Menschen und Ereignisse einfach ausradieren. Ich habe mich für mein gutes Gedächtnis verflucht, das mich jeden Moment, jedes Wort speichern liess, während doch die anderen Menschen nur mit Vergessen beschäftigt waren. Ich bin geradezu besessen von Geschichten, weil es mich interessiert, wie sich etwas entwickelt hat, wie sich ein Mensch verändert, wie sich die Welt verändert. Ich bin eigentlich dankbar über diese Gabe, weil ich mich noch an diesen Silvesterabend erinnern kann und daran, wie richtig meine Vorahnung war.

Gestern habe ich mir die letzte Staffel meiner Lieblingsserie „Girls“ angesehen. In einer Szene sagt Protagonistin Jessa zu ihrer Freundin Hannah: Du kannst Menschen nicht einfach aus deinem Leben löschen. das funktioniert nicht. Sie sagte, dass nur Psychopathen zu so etwas fähig seien. Wenn das stimmt, sind mir in meinem Leben schon viele Psychopathen begegnet. Ignoranz fand ich schon immer unbegreiflich-wenn sie aus dem Nichts kommt, unbegründet erscheint, umso mehr. Menschen, die so etwas tun, fühlen sich vom Leben überfordert. Sie haben diese Sehnsucht nach einer neuen Chance, einer weißen Leinwand. Und dafür sind sie bereit, alles was dabei stört,  zu löschen.

Können wir Menschen und Ereignisse aus unserem Leben löschen? Das ist die zentrale Frage in „“Disclosure.“  Geht Liebe irgendwann vorbei wie ein Virus? Oder lebt sie einfach weiter, auf einer anderen Ebene, in einer Paralleelwelt? Das Vergessen-ob politisch oder privat-ist das Lebensthema der Protagonisten. Sie werden immer wieder mit ihrer Familiengeschichte, ihrer Herkunft, ihrer Liebe konfrontiert. Soviel kann ich schon mal verraten: Milosch findet seine Eltern. Er ist sich nicht sicher, ob er sie tatsächlich finden möchte. Denn er hat sich jahrelang erfolgreich eingeredet, dass er die Liebe zu ihnen vergessen hat, sie etwas aus seiner Vergangenheit ist, das lange vorbei ist. Doch es kommt anders. Er findet durch die Begegnung mit seinen Eltern einen Teil seiner Identität, den er vor sich selbst versteckte. Er begreift, Liebe hört nicht auf. Egal, wie sehr man sich das oft wünscht. Sie kann nur zum Selbstschutz in eine Kiste verbannt werden. Die dann im Unterbewusstsein darauf wartet, irgendwann wieder von uns geöffnet zu werden. Etwas Ähnliches versucht Niko auch mit seiner Geschichte. Wie viele Menschen, redet auch er sich ein, die Geschichte seiner Eltern und Großeltern hätte nichts mit ihm zu tun. Für seine Schwester Alina ist sie eine Realität, ihre eigene Geschichte, die sie in ihrem persönlichen  Leben beeinflusst. Sie nimmt sich als Mensch mit Identität und Geschichte wahr, während sich ihr Bruder als losgelöst  von der Vergangenheit begreift. Immer wieder schließt er Türen und lässt Menschen und Welten hinter sich, erfindet sich ständig neu. Dieses Konstrukt bricht zusammen, als er mit der Stasi-Vergangenheit seines ehemals besten Freundes Christoph konfrontiert wird, mit einer Wahrheit, vor der er irgendwann nicht mehr weglaufen kann. Er möchte vergeben und vergessen und muss erkennen: Das ist unmöglich. Weil Christoph nicht wirklich begreift, was er getan hat. Es ist kein „Fehler“, den er als falsch erkannt hat. Das was er getan hat, ist Teil seines Charakters. Alles was er jetzt tun kann, ist seine Geschichte zu vermarkten. Ein Buch zu schreiben, dem weitere folgen. Christoph wird berühmt durch seine Fehler, seine Opfer scheitern im Leben. Das ist die bittere Erkenntnis, die Niko zu sich selbst finden lässt. Die ihm klar macht, was er selbst vor sich versteckt, welche Menschen er hinter sich gelassen hat. Er möchte es anders machen: nicht an Fehlern der Vergangenheit zerbrechen, sie nicht unter den Teppich kehren, sondern echte Vergebung finden. Echte Vergebung ist immer bewusst. Ich muss begreifen, wer ich bin, ich muss genau hinschauen, ohne Angst. Dazu ist es nötig, sich und Andere weder als Heilige noch als Monster zu sehen. Das genaue Hinschauen ist hart, doch es macht das Leben so viel reicher.

Immer wenn mich meine Mutter in Gießen besucht, reden wir über ihre Erlebnisse in der ehemaligen DDR. Es ist wichtig für sie, darüber zu reden. Obwohl ich die Geschichten kenne. Es geht darum, sich etwas bewusst zu machen, das andere bis heute verschleiern wollen. Darüber reden hilft. Viel Nebulöses ist passiert, eine Aufklärung wird es wohl nie geben. Da gab es Spitzel in ihrer Schule-wer, weiß sie nicht. Plötzlich abgebrochene Kontakte deuten darauf hin. Merkwürdiges Verhalten. Kontaktabbruch. Vielleicht waren sie es, vielleicht auch nicht….Eine Aussprache, eine endgültige Klärung wird es wohl nie geben. So geht es vielen Menschen-die Pseudonyme der Stasi-Mitarbeiter  lassen nicht immer Rückschlüsse auf die Identität der Täter zu.  Vor einigen Jahren habe ich einen Künstler interviewt, der ähnlich wie Wladi in einer kleinen Wohnung voller Krempel lebt. Das Interview wurde zu einer langen Geschichte über seine Kindheit und Jugend, die von der Stasi geprägt wurde. Erlebnisse, die ihn traumatisierten. Die Einsicht in seine Stasiakten hat er nie bekommen, den Grund weiß er nicht. Mit seiner Kunst hat er eine eigene Welt erschaffen, ein überwaches Bewusstsein ist seine Reaktion auf die Versuche, ihm die Kontrolle über sein Leben und seine Wahrnehmung zu nehmen. Nie bin ich einem Menschen begegnet, der so einen wachen Blick auf das Leben hat, Details erkennt und jeden Augenblick seines Lebens  genießt. Immer wieder wurde versucht, ganze Welten vor ihm zu verstecken. Das hat seinen Blick geschärft , ihn eine Welt erschaffen lassen, die nur ihm gehört. Er verleugnet nicht, verdrängt und vergisst nicht.

Eine ganze Welt, die man vor sich selbst versteckt-das kenne ich auch selbst sehr gut. Ich habe das immer wieder gemacht-Dinge denen ich mich nicht gewachsen fühlte,  zu verstecken. Und ich habe mir auch eingeredet, dass ich diese Kisten irgendwann wieder öffnen kann, wenn ich bereit dazu bin. Doch so funktioniert das nicht. Ich bin vor einiger Zeit mal wieder über so eine Kiste gestolpert. Und ich habe sie geöffnet und erkannt, dass ich auch an dieses Märchen geglaubt habe, vom Vergessen und der Zeit die alle Wunden heilt. Ich wünschte, ich hätte von Anfang an bewusst gelebt, wäre mutig gewesen, hätte meiner Wahrnehmung vertraut und nicht der anderer Menschen. Denn wir können im wahren Leben nicht auf einen Löschen oder Ignorieren-Button drücken. Wir können nicht blockieren was uns Angst macht. Wir können nicht auf “ Jetzt nicht“  drücken oder den Spam-Ordner einfach niemals öffnen. Wenn ich Gefühle unterdrücke, macht sich das immer bemerkbar: In komischen Stimmungsschwankungen, Ängsten oder Beziehungen, mit denen ich unbewusst versuche, das aufzuarbeiten. Das was ich unterdrücke, wird zu einer destruktiven Kraft, die nicht nur mir, sondern auch anderen schadet.  So ist es auch mit der Politik: Wird die Geschichte nicht berücksichtigt, fehlt historisches Bewusstsein und das  führt  zu fatalen Fehlentscheidungen.

Deshalb gehört für mich alles zusammen. Denn genauso wie sich  ein Mensch nicht von seiner Geschichte und seinen Gefühlen lossagen kann, kann ich nicht nur über Politik, nur über Liebe, nur über Familie schreiben. Deshalb werden  Disclosure und Übertragung Familiengeschichten, Liebesgeschichten von Menschen, die Politik direkt erleben, nicht als Theorie, nicht als Zeitungslektüre, nicht als ein Kreuz auf dem Wahlzettel. Wir könnten das Leben als eine Reihe unbedeutender Zufälle mit einigen Highlights betrachten. Doch  ich sehe es als Einheit. Weil das Wichtige bleibt. Weil Liebe bleibt. Bis zum Schluß und danach.

 

Es geht immer weiter

Es geht immer weiter

Wie ihr ja inzwischen wisst, ist die Frage, mit der ich am häufigsten konfrontiert werde, die nach den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen. Ich habe gestern einen ziemlich unkonkreten Text geschrieben, heute möchte ich von einigen persönlichen Erfahrungen berichten. Ich könnte sehr viel dazu schreiben, möchte aber nicht zu sehr ins Detail gehen. Deshalb nur zwei kleine Begebenheiten.

Wie ist das,  wenn es immer weitergeht?

Ich habe, so wie viele ehemalige DDR-Bürger , wirklich gedacht, nach der Wende wäre es vorbei. Alles. Auch die Erinnerungen. Diese Erfahrungen werde ich nie wieder machen. Warum auch? Sie haben sich ja nun alle angepasst, auf einen Knopf gedrückt . Ein Irrtum, das merkte ich zum ersten Mal, als ich im Alter von 13 Jahren mit zwei Freundinnen an einer christlichen Jugendfreizeit teilnahm. Wir stellten uns das aufregend vor-zum ersten Mal allein Urlaub machen, am Meer, weg von den Eltern. Was sich Teenies eben wünschen. Schon als ich in den Bus einstieg, hatte ich allerdings  das Gefühl,  ein Ticket in meine Vergangenheit gebucht zu haben. Die Leiterin war eine hochgradig psychisch labile Frau, die gemeinsam mit ihrem irren Freund eine kleine Diktatur für zwei Wochen errichttete. Schwarze Pädagogik, nur diesmal in christlich. Ich reagierte darauf, wie damals in meiner Kindheit: Mit Depersonalisation/Derealisation, ein Zustand in dem sich der Körper vom Geist abkoppelt. Ich fühlte mich so, als sei ich gar nicht da. Das machte ich immer so, wenn  mir etwas zuviel wurde. Doch diesmal war es anders. Ich konnte meine Eltern anrufen, die zufällig gerade in der Nähe Urlaub machten.  Dass ich einfach gehen konnte, war mir gar nicht in den Sinn gekommen. Die Zeit der Zwänge  war vorbei, ich  konnte sagen , wenn ich etwas falsch fand. Das hatte ich vergessen. Es gab die Möglichkeit, sich über diese Frau zu beschweren, was viele Eltern taten. Als ich ging , fühlte ich mich trotzdem nicht frei. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben in einem anderen Land, doch ab und zu wurde  ich wieder in meine Kindheit versetzt, in Kindergarten, Schule oder Krankenhaus. Flashbacks nennt man das wohl. „Das war deine letzte Erfahrung dieser Art“ sagte mein Vater dann zu mir um mich zu trösten. Leider stimmte das nicht.

Ich war 18 oder  19, ich weiß es nicht mehr genau. Ich saß mit einer Freundin im Wohnzimmer ihrer Eltern, wir sahen uns alte Fotoalben an, redeten über unsere Kindheit. Ich sagte ihr, dass ich mich in der Schule oft nicht wohlfühlte. Dass all die schönen Kindheitsereignisse oft überschattet wurden, von dem beklemmenden Gefühl, sich unfrei zu fühlen, von Ausgrenzung und den Pioniernachmittagen, an denen ich nicht teilnehmen wollte. Ich erzählte ihr, wie ich meinem Lehrer den Pionierausweis zurückgab, von der dilettantischen Demo, die wir in der Schule veranstalteten und von dem Glücksgefühl, das ich dabei empfand. Meine Freundin konnte mit all dem nichts anfangen. Ihre Eltern waren nicht glücklich über das Ende der DDR, sie hatte nur positive Erinnerungen und sagte mir, dass sie mich als Kind nicht verstanden hätte. Dass sie auch jetzt nicht versteht, wie man etwas gegen die DDR haben konnte. Warum überhaupt etwas hinterfragen? Man muss sich anpassen, mitmachen. das war ihre Lebenseinstellung, die ich bisher gar nicht gekannt hatte. Egal was ich ihr erzählte, sie verstand es nicht. Ich spürte wieder diese ekelhafte, kalte Panik, schlimmer als damals, weil wir keine Kinder mehr waren.

Zwischen Freunden wurde diese Grenze gezogen: Was haben deine Eltern gemacht? Auf welcher Seite hättest du gestanden? Wir kämpften unbewusst weiter, taten so, als ständen wir immer noch auf verschiedenen Seiten. Ich war nur eng mit Leuten befreundet, mit denen ich in diesem Punkt übereinstimmte. Nie hätte ich mit Ostalgikern befreundet sein können, mit denen,  die sich die DDR zurück wünschten. Manchmal versuchte man, sich näherzukommen, zu verstehen, doch die Grenze über die wir kaum sprachen war stärker als jede Gemeinsamkeit in der Gegenwart. Wir mochten vielleicht die gleichen Bands und Filme, trugen die gleichen Klamotten und wurden von Nazis bedroht. Doch uns unterschied unser Verhältnis zur Freiheit so sehr, dass keine Annäherung möglich war. Nicht hinterfragen wollen, sich einen starken Mann wünschen, im Kollektiv untergehen , Individualität nicht zulassen, Angst vor dem eigenen inneren Kern haben, vor jeglicher Rebellion. Rebellion, die nur cool ist, wenn alle anderen auch mitmachen. Und die alten DDR-Überbleibsel dabei in die Gegenwart mitnehmen: Antisemitismus, Kollektivismus, Denunziantentum. Alles mitmachen, wenn es für eine vermeintlich gute Sache ist. Die Leute mit denen ich mich wohlfühlte, waren eine bunte Mischung aus Linksradikalen, Anarchisten und Liberal-Konservativen. Was uns einte: Unsere Eltern standen auf der regimekritischen Seite und wir ebenfalls, schon als Kinder und nun, da wir selbst erwachsen wurden, umso mehr. Wir konnten gut mit Widersprüchlichkeiten umgehen, mit unterschiedlichen Meinungen.  Unser Umfeld nach wie vor nicht so gut.

In „Disclosure“  gibt es diesen Satz: „Was macht ein Stasi-Spitzel nach der Wende? Weiter.“

Marion und Christoph machen im Privaten weiter, sie tun das, was man heute Gaslighting nennt, sie manipulieren, doch diesmal ohne Auftrag. Ich bin immer wieder in diese Vorbei-Falle getappt, dachte, die Ärzte und Lehrer und Beamte hätten eine innere Kehrtwende gemacht. Doch sie machten eben weiter, so wie sie es gelernt hatten. Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist noch lange nicht vorbei. in Gießen habe ich gelernt, dass es auch hier weitergeht und Deutschland davon betroffen ist, nicht nur der Osten. Hier leben Menschen, die geflüchtet sind und Menschen, die sich einbilden, die DDR wäre das Land ihrer Träume gewesen.

Das Gefühl, sich von sich selbst zu entfremden,  ist ein persönliches Warnzeichen für mich, wenn ich mich in einer unfreien Situation und Umgebung befinde. Es zeigt mir aber immer wieder, was passiert wenn wir uns einreden, wir könnten uns von unserer Identität entfernen, zugunsten einer kollektivistischen Überzeugung: Wir zerstören uns selbst.

Filme fahren:  Bei mir mit persönlicher Widmung: u.melzer@live.de

im Buchhandel: Amazon, Thalia, Hugendubel  als Taschenbuch und E-Book.

Wenn es nicht gut ausgeht

Wenn es nicht gut ausgeht

In den letzten Tagen habe ich viel über „Disclosure“, den letzten Band meiner „Filme fahren“-Trilogie nachgedacht. Ich habe geschrieben und recherchiert. Gemeinsam mit einer Freundin habe ich darüber gesprochen, was wir erzählen, wenn die Geschichte zu einem Ende kommt. Was kommt nach den Träumen? Was kommt nach den Wünschen? Was passiert, wenn sich am Ende alle kriegen und alles erzählt ist? Bleibt dann nur noch Zeit für ein fröhliches Gruppenfoto? Für die Erinnerung an die Sehnsucht? Das Ende bleibt offen-Vielleicht werden die Wünsche der Protagonisten nicht erfüllt. Was ist dann, wenn es nicht gut ausgeht? Worum geht es? Dass wir kriegen was wir wollen? Oder sind es unsere Erkenntnisse, die ein Lebensziel sein können?

„Filme fahren“ handelt eben nicht vom Happy End. es handelt vom „Filme fahren“-von Paranoia, Träumen, Vorstellungen, Illusionen und Visionen. Was kommt danach? Du könntest dein Buch doch „Willkommen in der Realität“ nennen, schlug sie vor. Nein, das möchte ich nicht. Wir lieben Filme und Bücher , weil sie uns eine Geschichte erzählen und damit dem Chaos Struktur geben. Als Schriftstellerin  spiele ich Gott, erkenne im Zufall die Bestimmung und gebe verworrenen Lebensereignissen einen Sinn. Doch im wahren Leben ist es nicht so. Da würden Rena , Milosch und Karen etwas Langweiliges arbeiten und ihre einstigen Träume vergessen, sie hätten längst ganz andere Probleme, die mit denen des ersten Buches nichts mehr zu tun haben. Rena hätte Niko vergessen und Niko Rena. Vielleicht wären sie alle gar nicht mehr miteinander befreundet, wären einander gleichgültig geworden. Und Niko hätte nie erfahren, dass ihm seine Frau Marion nicht zufällig begegnet ist, sondern als IM auf ihn angesetzt wurde. Er hätte nie erfahren, dass sein  Freund Mathias nicht bei einem Fluchtversuch ums Leben kam, sondern nur schwer verletzt wurde. Milosch würde seine Eltern nicht finden, eine Trauma-Therapie beginnen und selbst eine Familie gründen. Die Vergangenheit könnte für alle Protagonisten unbedeutend sein, sie würden sich immer wieder neue Menschen und Probleme zulegen. Ein Irgendwie-Leben, bis zum Ende im Altersheim.  Diese Geschichte möchte ich nicht erzählen. Diese Geschichte möchte ich auch nicht selbst erleben. Denn diese Sicht auf die Welt ist nicht meine.

Ich denke tatsächlich, dass es sowas wie einen roten Faden im Leben gibt, dass uns die Dinge nicht nur zufällig passieren, dass Menschen die in unser Leben treten und es prägen und verändern, nicht einfach aus dem Leben gelöscht werden können. Wir leben in einer Kultur des Vergessens. Nach einer Trennung wartet schon der/die  Nächste, die großen Gefühle werden einfach auf einen anderen Menschen übertragen, vergessen sollen wir auch die Verletzungen und Ungerechtigkeiten. Wir lassen Menschen zurück, weil wir lernen, dass wir alle austauschbar sind und es egal ist, was uns mit wem und wann passiert.  Es läuft immer auf eine Haltung hinaus, die keine ist: Ein gelangweiltes Ja zum Leben, das vielmehr von einem depressiven Hinnehmen geprägt ist als wirklicher Lebensfreude.

Ich lese viele Texte ehemaliger Stasi-Opfer,    möchte begreifen, was es mit ihnen gemacht hat was ihnen passiert ist, wie sie weiterleben konnten, vergeben und vergessen. Das was alle Opfer am meisten bedrückt, bis heute, ist,  dass ihre Realität weiterhin verleugnet wird. Denn in ihrer Realität ist es nicht vorbei. Es geht weiter, nimmt neue Gestalt an. Ein Prozess ist nicht einfach beendet, weil das jemand sagt. Er ist vorbei, wenn man da durch geht, verarbeitet, bearbeitet und deshalb irgendwann begreift. Verleugnen ist nicht Verdrängen. Und ich frage mich: geht es auch anders? Kann man anders leben? Ohne vergeben, ohne vergessen? Können wir offen bleiben, bewusst leben und ein anderes Loslassen lernen?

Deshalb war das der entscheidende Gedanke bei „Disclosure“: Wie wäre es, wenn alles aufgedeckt, alles offenbart wird? Nicht nur unter den Teppich gekehrt. Ich habe meinen Protagonisten ein glückliches Ende gegönnt, weil ich nur so die Botschaft des Buches vermitteln konnte und weil ich daran glaube. Vielleicht ist es nicht das Ende, das mit den eigenen Erwartungen übereinstimmt, mit den eigenen Wünschen. doch es ist das größte Glück, das ich mir vostellen kann: Die Wahrheit kennen.

Diese Wahrheit wird zum Wegweiser für das persönliche Glück. Am Ende erkennen sie, dass es ihre eigenen Blockaden, ihre eigene Blindheit war, die ihnen die Sicht auf diese Wahrheit versperrt hat.

Ich wusste erst dass ich mich selbst belog, als mir auffiel, dass ich immer wieder die gleiche Geschichte mit unterschiedlichen Menschen nachspiele. Und dass ich nicht weiterkommen werde, wenn ich mir einbilde, dass ich ein Problem löse, wenn ich es an einen anderen Ort verlagere. Es ist immer noch das gleiche Problem. Es ist schmerzhaft , sich einzugestehen, dass manches was man so erlebt, nicht in konventionelle Raster passt. Dass es nicht gut ausgeht. Dass dich jemand zurückweist oder nicht versteht. Dass du verlierst was du liebst oder belogen und verraten wirst. Dass du Fehler gemacht hast, die sich nicht wieder gutmachen lassen. Dass du um Verzeihung bittest und dir nicht verziehen wird. Beim Schreiben kommt man an diesen Ort der brutalen Ehrlichkeit. Und am Ende begreifen meine Protagonisten, dass sie bei sich selbst ankommen. Dass sie nicht mehr lügen müssen um zu überleben. Weil sie dazu bereit sind, Verluste in Kauf zu nehmen. Weil ihnen die Angst vor sozialer Ausgrenzung oder Zurückweisung nicht mehr im Weg steht. Und da ist es dann auch egal, ob es so ausgeht wie sie sich das wünschen. Wichtig ist nur, diesen Wunsch anzuerkennen.

Im letzten Jahr habe ich mich oft gefragt, ob es nicht gesünder ist, sich der Aufarbeitung der Vergangenheit zu verweigern. So zu tun, als sei in uns alles vorbei wenn es das äußerlich ist. So zu tun, als könnte man mit Geheimnissen gut leben. Mit einer bleibenden Unsicherheit. Aber ich kann mir nicht helfen, ich empfinde so ein Leben als ungelebtes Leben. Egal wie viele Erlebnisse, nette Mitmenschen, Reisen und Erfolge den Eindruck eines erfüllten Lebens vermitteln. Es geht am Ende des Tages, am Ende des Buches, nicht um ein Leben, das die Erwartungen anderer, der Gesellschaft erfüllt. Es geht um innere Freiheit.

Filme fahren-was ist das für ein Buch und wie ist es entstanden?

Filme fahren-was ist das für ein Buch und wie ist es entstanden?

Zu diesem Thema könnte ich unzählige Texte schreiben. Weil es so viele unterschiedliche Geschichten dazu gibt, die alle wahr sind. Geschichte, Geschichten-davon handeln die drei Bücher, die eigentlich zusammengehören. Manchmal leben Geschichten in unserem Kopf. Wir wissen nicht, dass sie schon lange ein Eigenleben führen, Jahre darauf warten, endlich entdeckt zu werden. Ich dachte mal, Schreiben funktioniert ganz anders. Es sei eine mechanische Angelegenheit, man denke sich etwas aus, konstruiere im Geist eine Geschichte und fertig. Durch diese Einstellung habe ich gar nicht gemerkt, dass in mir schon längst eine Geschichte herangereift war-dafür musste ich gar nichts tun. Nur offen sein, empfänglich für Stimmungen, Emotionen und Ereignisse. Ich musste aufmerksam zuhören und mir die Worte merken, all die Geschichten, die sich Menschen so erzählen.

Ab und zu waren Bilder in meinem Kopf: Die Brüder Niko und Wladi und Mathias, der an der Berliner Mauer erschossen wurde. Angefangen hatte es, als ich mit 14 zum ersten Mal in Berlin war. Ich lief über den ehemaligen Todesstreifen, hatte ein Lied von David Bowie im Kopf: The Man who sold the World. Und Mathias, der beim Fluchtversuch an der Berliner Mauer erschossen wird und in den Tagen davor immer dieses Lied hört. Bei meinen darauffolgenden Besuchen in Berlin, spann ich diese Geschichte immer weiter. Alina kam 1996, dann folgte Rena. eine Art Alice im Berlin-Wunderland. Niko wird ihr „rosa Kaninchen“. Die Geschichte von Alice hatte mich als Kind so begeistert, dass ich diese Metapher unbedingt verwenden wollte.

Trotzdem vergaß ich diese Geschichte immer wieder. Durch Begegnungen mit anderen Menschen wurde ich von Zeit zu Zeit daran erinnert. Durch das was sie mir erzählten, wurden auch meine eigenen Erinnerungen lebendig. Und die Talkshows und Bücher, die den Relativierern eine Bühne bot, Leute in meinem Alter, die nur Banalitäten von sich gaben, über Bananen und Schnatterinchen redeten als sei das alles gewesen. Und immer wieder dieser Satz: Uns ging es doch gut, wir waren ja noch Kinder.

Gefolgt von: So schlimm war es doch gar nicht.

2009 kam das 1990er-Revival und ich erinnerte mich melancholisch an diese Zeit, geprägt von Underground-Techno, Drum´n Bass und all den tollen Bands, Parties und Erlebnissen, doch vor allem an die Aufbruchsstimmung, die nicht nur mit dem zu tun hatte, was alle jungen Menschen erleben. Für mich waren all die verschiedenen Jugendkulturen und Lebensentwürfe eine Entschädigung für das Eingesperrtsein und die Angst etwas Falsches zu sagen oder zu tun. Ich wollte ein Buch schreiben, das all diese Geschichten enthält: Die 1980er in der DDR und die Geschichte sensibler, neugieriger , junger Leute, die das Fragenstellen in gefährliche Situationen bringt. Von den Spitzeln Marion und Christoph, die aus einer bürgerlich-protestantischen Welt kommen, und trotzdem ihre „Brüder“ und „Schwestern“ verraten und Leben zerstören. Die nach dem Ende der DDR nicht mehr aufhören können, weil sie nichts anderes kennen. Und von meiner Generation, vom „feiern, chillen, runterkommen“. Von der Last der Geschichte, die andere Leute auf unseren Schultern ablegen und die viel zu schwer für uns ist. Die uns mit Geheimnissen belastet, die wir als Kinder noch gar nicht richtig verstehen können-aber auf einer unbewussten Ebene schon. Wir sind immer auf der Suche nach der Bedeutung und das führt uns weiter. In die Gegenwart. In die Politik, in gesellschaftliche Probleme, in unsere eigenen, privaten Gefühlswelten. Und wir erkennen, dass alles miteinander zusammenhängt. Nichts ist je vorbei, es geht nur immer weiter. Darum geht es in „Filme fahren“ , „Übertragung“ und „Disclosure“.

Im Rückblick kommt es mir so vor, als ob alles was ich erlebt habe, irgendwie mit dieser Geschichte zu tun hat. Ich habe unzählige Notizbücher mit Skizzen und Gedichten vollgekritzelt, bis endlich der erste Band fertig war. „Filme fahren“ gibt es nun als Taschenbuch zu kaufen. Ihr könnt es direkt bei mir bestellen-habe noch zwei Bücher vorrätig: u.melzer@live.de Ihr müsst mir nur eure Adresse schicken, ich schicke euch meine Bankverbindungen und dann bekommt ihr das Buch für 15 Euro mit persönlicher Widmung.

Auch im Buchhandel ist es erhältlich, bei Amazon, Hugendubel, Thalia, etc….

Und für den schmalen Geldbeutel gibt es die E-Book-Variante in drei-vier Tagen  für 2,99 Euro. Vom 11-14.12. für nur 1,49 Euro.